Nachstehend finden Sie lesenswerte Bücher, die wir für Sie gelesen und rezensiert haben. ALLE diese Bücher können in unserer reichhaltigen Bibliothek ausgeliehen werden.

Kampf um die Ukraine

Kampf um die Ukraine

 Die „Studien zur Friedensethik“ werden vom „Institut für Theologie und Frieden“ herausgegeben, einer wissenschaftliche Forschungseinrichtung der katholischen Militärseelsorge. Allzu viel Nato- und Militärkritisches ist von dieser Seite also nicht zu erwarten. Z.B. ist im Kurztext von einer „Besetzung der Ostukraine“ die Rede. Die Autoren sind hochkarätig und international (natürlich ist auch ein Quoten-Russe dabei, der die russische Wahrnehmung westlicher Sicherheitspolitik schildert). Ein Aufsatz zur deutschen Ukraine- und Russlandpolitik fehlt aber bemerkenswerter Weise, dafür werden die Positionen der Nachbarn (Polen, Litauen, Weißrussland) breit geschildert. Einen besonderen Raum nimmt die detaillierte Schilderung der US-Politik ein (von August Pradetto). Als Weg aus der Krise empfiehlt Wolfgang Zellner die Wiederbelebung der OSZE, und Stefan Oster (Mitglied am Ständigen Schiedshof in Den Haag) versucht Wege der Rückkehr zum Völkerrecht zu erkunden. Insgesamt ist das Buch wert, gelesen zu werden – trotz seiner Nato-Nähe. Kampf um die Ukraine Ringen um Selbstbestimmung und geopolitische Interessen Herausgegeben von Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven 2018, 240 S., Gebunden, ISBN 978-3-8487-4078-9, 44 €

Miss Eckstein und ihr Peace on Earth

 Zum 150. Geburtstag der Coburger Pazifistin Anna B. Eckstein schrieb ihr „Wiederentdecker“, Pfarrer Karl Eberhard Sperl dieses Buch, das mehr ist, als eine Biografie. Pfarrer Sperl ist den Nürnbergern ja vielleicht bekannt als Gründer des Friedensmuseums in Meeder, in dem das Wirken von Anna B. Eckstein ausführlich gewürdigt wird. Das Buch ist sehr persönlich und eindringlich geschrieben: Pfarrer Sperl hat nicht nur Ecksteins Leben (1868-1947) gewissenhaft recherchiert, er beschreibt auch das Abenteuer dieser „Entdeckung“ und schildert Coburg als früh „braune“ Provinz, der Eckstein entflieht. Sie ist die Tochter eines Bahnbeamten, hat gar keine „höhere“ Schulbildung, aber einen unbedingten Willen, ihr Leben selbständig zu meistern und für den Weltfrieden zu wirken. In den USA arbeitet sie zunächst als Gouvernante, dann als Lehrerin. Und sie nimmt an der Haager Friedenskonferenz teil. Sie vertraut der Kraft von unten und startet die „Weltpetition“ zur Abschaffung des Krieges, die tatsächlich international sehr erfolgreich ist. Eckstein wird 1913 für den Friedensnobelpreis nominiert. Wer war diese Frau? Pfarrer Sperl arbeitet sich durch ihre Tagebücher und zeichnet ein sehr persönliches Bild dieser Frau. Karl-Eberhard Sperl: Miss Eckstein und ihr Peace on Earth, Friedensmuseum Meeder 2018, 15€