Nachstehend finden Sie lesenswerte Bücher, die wir für Sie gelesen und rezensiert haben. ALLE diese Bücher können in unserer reichhaltigen Bibliothek ausgeliehen werden.

Wolfram Wette: Ernstfall Frieden

„Dieses Buch müssen Sie lesen!“ möchten wir rufen. Wolfgang Wette, kritischer Militärhistoriker und Mitglied der DFG/VK erzählt die deutsche Geschichte seit 1914 als Auseinandersetzung zwischen dem preußisch/deutschen Militarismus (dem schon fast religiösen „Schwertglauben“) und dem Pazifismus. Er zeigt, warum die Pazifisten 1914 eine Niederlage erlitten, obwohl doch auch den Militärs nachweislich bekannt war, dass der kommende Krieg in einem unvorstellbaren langdauernden Blutbat enden würde. Er zeigt, wie der militärische Ungeist die Weimarer Republik vergiftete und den nächsten Krieg zielgerichtet vorbereitete. Störende Pazifisten wurden juristisch verfolgt, gar mancher ermordet. Wette zeigt die Gegenkräfte, zeichnet Porträts der pazifistischen Offiziere – ja, es gab sie! Und nach 1945? Wette sieht „die zweite Chance der Umkehr“. Der Militarismus ist nicht tot, jedoch nicht mehr Mainstream. Doch das Militärische ist seit dem Kosovokrieg kein Tabu mehr, aber große Teile der Bevölkerung lehnen Kriegseinsätze nach wie vor ab – und Wette analysiert auch hier genau! Mehr als 500 liebevoll ausgewählte Abbildungen und viele Quellentexte machen das Buch zu einem Lesebuch, das man gerne in die Hand nimmt. Der Verleger Helmut Donat ist selbst ein historischer Friedensforscher, der immer wieder wichtige (und preiswerte!) Bücher herausgibt, die der Friedensbewegung Hintergrundwissen und Handwerkszeug zugleich liefern. Kommen Sie zu uns und blättern Sie in diesem Buch. Lesen Sie es und verschenken es zu Weihnachten! Wolfram Wette: Ernstfall Frieden. Lehren aus der deutschen Geschichte seit 1914. Donat-Verlag, Bremen 2017, 640 Seiten, 24,80 Euro.

Kampf um die Ukraine

Kampf um die Ukraine

 Die „Studien zur Friedensethik“ werden vom „Institut für Theologie und Frieden“ herausgegeben, einer wissenschaftliche Forschungseinrichtung der katholischen Militärseelsorge. Allzu viel Nato- und Militärkritisches ist von dieser Seite also nicht zu erwarten. Z.B. ist im Kurztext von einer „Besetzung der Ostukraine“ die Rede. Die Autoren sind hochkarätig und international (natürlich ist auch ein Quoten-Russe dabei, der die russische Wahrnehmung westlicher Sicherheitspolitik schildert). Ein Aufsatz zur deutschen Ukraine- und Russlandpolitik fehlt aber bemerkenswerter Weise, dafür werden die Positionen der Nachbarn (Polen, Litauen, Weißrussland) breit geschildert. Einen besonderen Raum nimmt die detaillierte Schilderung der US-Politik ein (von August Pradetto). Als Weg aus der Krise empfiehlt Wolfgang Zellner die Wiederbelebung der OSZE, und Stefan Oster (Mitglied am Ständigen Schiedshof in Den Haag) versucht Wege der Rückkehr zum Völkerrecht zu erkunden. Insgesamt ist das Buch wert, gelesen zu werden – trotz seiner Nato-Nähe. Kampf um die Ukraine Ringen um Selbstbestimmung und geopolitische Interessen Herausgegeben von Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven 2018, 240 S., Gebunden, ISBN 978-3-8487-4078-9, 44 €